Max (1991 - 2008)

Magazin für Popkultur und Style

Das MAX Magazin sorgte speziell in den frühen 90er Jahren für Aufsehen. Es bot eine krasse Abwechslung im Lifestyle Segment bei den deutschen Zeitschriften. Inhaltlich wurden aktuelle Gesellschafsthemen mit den angesagtesten Szene-Trends eng verbunden. Vor allem die Werbung mit all ihren Facetten war jahrelang ein immer wiederkehrender Schwerpunkt bei der Berichterstattung.

Großes Augenmerk galt auch stets dem einzelnen Heftcover. Es war fast immer sehr aufwändig und farbintensiv gestaltet. Oftmals wurden internationale Künstler exklusiv mit der Covergestaltung beauftragt. Ebenso auffällig war über Jahre hinweg das übergroße Format der monatlichen MAX Ausgabe. Einige Hefte schafften es zudem auf einen Umfang von knapp 400 Seiten, so das mitunter ein Gewicht von über 1 kg entstand.
 

1 bis 16 (von insgesamt 111)

Vom Lifestyle hin zur Lebensästhetik

Gleich nach seinem Start im Jahre 1991 entwickelte sich MAX zu einem Kultmagazin und wurde das gedruckte Aushängeschild der "Generation Golf". Die große Besonderheit von MAX war von Beginn an, das es nicht als ein typisch deutsches 'braves' Unterhaltungsblatt konzipiert war, sondern ein vollkommen neues, hybrides Nachrichten Medium mit einer großen Portion Popkultur darstellte. Es nahm sich sich anfangsnoch internationale Lifestyle-Magazine als Vorbild, schaffte es aber in relativ kurzer Zeit diese in seiner Ausgestaltung zu übertrumpfen.

Vor allem die radikale, undeutsche Art der Abkehr von der herkömmlichen, textlastigen Berichterstattung, hin zu einem vorrangig visuell geprägten Content, sorgte im der gesamten Branche für Aufsehen. MAX war in Deutschland das Magazin, welches den Lifestyle Begriff erstmals auch inhaltlich sichtbar darstellte. Das MAX zudem nie als ein reines, buntes "Fashion-Magazin“ wahrgenommen wurde, hatte den Grund, das es neben erotisch motivierten Fotostrecken auch stets vielbeachtete Reportagen über Kriminalität, Wirtschaftsverbrechen und Umweltprobleme lieferte. Hinzu kamen aussagekräftige Interviews mit Politikern und Künstlern aus aller Welt. 

Eine weitere Besonderheit von MAX war, das es jahrelang in fast jeder Ausgabe einen "City Guide" gab. Diese Guides lieferten in Form von herausnehmbaren oder ausklappbaren Booklets die jeweiligen Top-Adressen aus den Bereichen Mode, Gastronomie, Kultur und Nachtleben der angesagtesten Metropolen (New York, Paris, London, Berlin etc.) der Welt. 

Diese bunte Vielfalt von MAX als Printmedium funktionierte bis Mitte der 2000er Jahre hervorragend. Mit dem verstärkten Aufkommen des Internets schwanden bei MAX die Anzeigenumsätze in kurzer Zeit so extrem, das die bisherige, aufwendige Magazinproduktion nicht mehr rentabel war. In den Jahren 2006 bis 2008 gab es dann diverse Versuche MAX am Markt neu zu positionieren um es am Leben zu erhalten. So wurde eine Zeitlang das bisherige Monatsmagazin in eine "Illustrierte für Lebensästhetik" mit 14 tägiger Erscheinungsweise umgewandelt. Doch auch dieser Versuch scheiterte und so erschien im Januar 2008 die letzte Ausgabe von MAX

Heute haben vor allem die Ausgaben der 1990er Jahre dank ihres Volumens und der einzigartigen Ästhetik mitsamt der kunterbunten Themenvielfalt absoluten Kultcharakter. Die Produktion eines monatlichen Printmagazins in der damaligen Ausführung ist heute wirtschaftlich kaum noch denkbar.